Oh Schreck – das Handy ist weg!

Es ist ja schon sehr ärgerlich, wenn man es zuhause vergessen hat – wenn das Mobiltelefon aber geklaut wurde, dann bricht verständliche Panik aus. Gerade im Urlaub ist die Chance groß, dass Ihnen das Mobiltelefon entwendet wird. Wir zeigen Ihnen, wie Sie dem Handy-Klau vorbeugen und Ihr Mobiltelefon einfach schützen können.

Vorsorge ist besser als…

Immer am Mann: Ob Sie auf der Hütte mit den Daheimgebliebenen telefonieren oder die Nummer von dem Ski-Hasen aus der Disco im Handy speichern wollen – stecken Sie Ihr Mobiltelefon danach gleich wieder ein. Liegt es erst einmal auf dem Tisch oder der Bar, können Sie es nicht nur einfach vergessen – jeder Gelegenheits- Langfinger kann sich die Daten auf Ihrem Telefon in aller Ruhe anschauen. Gleiches gilt für das eigene Auto oder den Mietwagen: Nehmen Sie Ihr Handy lieber mit statt im Wagen liegen zu lassen. Schnell ist eine Autoscheibe eingeschlagen und Sie haben dann noch zusätzlichen Schaden zu tragen.

Sicher aufbewahren: Gerne schiebt man das kleine Handy schnell mal in die Hosen-
oder Jackentasche. Aber genau da ist es am leichtesten für einen Taschendieb zu stehlen oder fällt schnell heraus. Gerade noch im Pulverschnee einen Schnappschuss gemacht und dann ab in die Seitentasche der dicken Daunenjacke – in der Schlange am Skilift kann es schon weg sein. Verwenden Sie die Innentasche des Anoraks, die unbedingt verschließbar sein sollte. So schützen Sie das Telefon nicht nur vor Langfingern, sondern auch vor dem Herausfallen.

Die PIN-Abfrage bleibt an: Auch wenn es manchmal lästig ist, lassen Sie unbedingt die PIN-Abfrage Ihres Mobiltelefons eingeschaltet. Wenn Ihr Telefon dann schon geklaut wird, soll der Dieb doch wenigstens nicht auf Ihre Kosten telefonieren können. Für Besitzer von Android-Telefonen gilt: Unbedingt die Schema-Sperrung des Telefons einschalten. Wenn Sie ein iPhone Ihr Eigen nennen, sollten Sie mobileMe
aktivieren.

Nur die eigene SIM: Fast jedes Telefon bietet die Möglichkeit, dass Sie es gegen die Benutzung mit einer anderen SIM-Karte sperren. Sollte der Langfinger jetzt seine eigene Telefonkarte in Ihrem Telefon verwenden wollen, wird ihm das nicht gelingen. Wie Sie bei Ihrem Telefon die SIM-Sperre einschalten, erfahren Sie im Handbuch des Geräts. Wichtig: Da Sie eine spezielle Nummer brauchen, um die Funktion freizuschalten (zum Beispiel 12345 bei Nokia oder 0000 bei Sony Ericsson), sollten Sie diese unbedingt gleich nach Erhalt des Handys einstellen, wenn das Handbuch noch in Reichweite ist.

Handy-Pass anlegen: Das klingt erst einmal albern, im Ernstfall erspart es Ihnen aber viel Zeit und Ärger. Schreiben Sie sich alle wichtigen Daten Ihres Mobiltelefons auf. Das sind: Die Hotline-Nummer des Providers, Ihre Kundennummer, Ihre Rufnummer, die 15-stellige IMEI (International Mobile Equipment Identifier) als Seriennummer Ihres Handys und die SIM-Kartennummer.

Daten sichern: Die letzte Vorkehrung, bevor Sie mit Ihrem Handy verreisen, sollte eine Datensicherung sein. Die meisten aktuellen Telefone erlauben eine Sicherung der Kontakte, Termine, Fotos und mehr auf Ihrem Computer. Die Software dazu liegt dem Handy bei oder Sie finden Sie auf den Supportseiten des Herstellers. Meistens führt Sie dann ein Software-Assistent bequem vom richtigen Anschließen bis zur eigentlichen Daten-Sicherung. Tipp: Sollten Sie kein USB-Kabel für Ihr Handy besitzen, müssen Sie nicht unbedingt eine teure Strippe dazu kaufen. Viele Notebooks haben heute, wie die Mobiltelefone auch, Bluetooth integriert. Auch darüber lässt sich das Handy bequem sichern.

Vorsorge per Software

Besitzen Sie ein Symbian oder Microsoft Windows Mobile Smartphone können sich noch besser absichern: Mit der Kaspersky Mobile Security hat ein Dieb keinen Spaß an Ihrem Handy. Die Software sperrt den Zugriff auf Kontakte, Fotos oder Dateien – so kann kein Langfinger an Ihre persönlichen Daten kommen. Mit einer SMS an das gestohlene Telefon lässt sich auch ein Löschvorgang in Gang setzen, der alle sensiblen Daten auf dem Phone zerstört. Die Mobile Security geht aber noch weiter: Besitzt Ihr Smartphone ein integriertes GPS-Modul, schickt Ihnen das Handy eine SMS mit den aktuellen Positionsdaten. So können Sie zum Beispiel bei Google Earth nachschauen, wo sich Ihr verlorenes oder gestohlenes Smartphone befindet. Eine SIM Watch genannte Funktion Sendet Ihnen außerdem bei einem SIM-Wechsel unverzüglich eine Nachricht mit der neuen Telefonnummer – jetzt ist es für die Polizei ein leichtes den Dieb zu finden.

Wenn’s passiert ist: Handy geklaut – und jetzt?

Nach dem ersten Tag auf der Piste wollen Sie noch schnell den Liebsten eine SMS schreiben – da ist es passiert. Das Handy ist weg! Jetzt heißt es Ruhe bewahren und richtig handeln.

Eigenes Handy anrufen: Rufen Sie von einem anderen Handy auf Ihrem eigenen Telefon an. Vielleicht haben Sie es ja doch nur verlegt oder liegen lassen und es klingelt gleich in Ihrer Nähe. Oder es meldet sich ein ehrlicher Finder, der Ihnen sagt, wo Sie es abholen können.

SIM-Karte sperren: Erst wenn Sie das Handy nicht erreichen oder sich niemand meldet, sollten Sie die SIM-Karte sperren lassen. Dabei ist es egal, ob Sie Vertragsoder Prepaid-Kunde sind. Haben Sie unsere Vorbereitungstipps befolgt, halten Sie jetzt Ihren Handy-Pass in der Hand. Rufen Sie bei Ihrer Telefon-Hotline an und lassen Sie die Karte sofort sperren. Zur Sicherheit sollten Sie die Sperre sobald wie möglich auch noch einmal schriftlich an den Mobilfunkanbieter schicken. Tipp: Sagen Sie Ihrer Hotline, dass Sie die Sperrung mit Datum und Uhrzeit schriftlich bestätigt haben wollen. Damit haben Sie den Beweis, dass Gesprächskosten die nach der Sperrung vielleicht noch anfallen, nicht auf Ihre Rechnung gehen.

Anzeige erstatten: Ist Ihnen Ihr Telefon gestohlen worden, melden Sie das auch im Urlaubsort umgehend der Polizei. Nehmen Sie auch dazu Ihren Handy-Pass mit. Auf diesem findet die Behörde die IMEI, die Seriennummer Ihres Mobiltelefons – falls der Dieb später gefasst wird, ein wichtiges Beweismittel. Tipp: Die IMEI Ihres Telefons finden Sie auf der Original-Verpackung, unter dem Akku auf dem Handy oder
bei vielen Telefonen über die Eingabe *#06#. Zusätzlich Glück haben Vodafone-Kunden: Diese können Ihr gestohlenes Handy mit der EMEI für das D2-Netz sperren lassen.

Neues Handy – neue SIM

Natürlich ist jetzt das Jammern groß, aber es hilft nichts, es muss ein neues Handy her. Gegen eine Gebühr von etwa 15 Euro können Sie sich bei Ihrem Mobilfunkbetreiber eine neue SIM-Karte zuschicken lassen. Das geht sogar innerhalb von drei Tagen ins Ski-Ressort – und Sie haben Ihre alte Rufnummer wieder. Aufwändiger und vor allem kostenintensiver ist die Beschaffung eines neuen Handys. Sie sollten unbedingt mit Ihrem Mobilfunk-Anbieter sprechen, ob Sie auf denselben Vertrag noch ein subventioniertes Handy bekommen. Ob der Provider zustimmt hängt natürlich stark von der bereits abgeleisteten Laufzeit und der Höhe Ihrer monatlichen Rechnungen ab. Natürlich gibt es auch in jedem Ski-Ort die Möglichkeit, einfach ein neues Telefon in einem Geschäft zu erwerben. Sie sollten sich dann aber unbedingt vorher noch die Zeit nehmen und das Wunsch-Telefon in einem Internet- Preisvergleich nachschauen. Nicht, dass Sie es zuhause für 100 Euro weniger im Laden stehen sehen!

Handy-Versicherung: nicht sinnvoll

Leider zahlt keine normale Versicherung, wenn Ihnen das Telefon im Skiurlaub geklaut wird. Es gibt aber spezielle Versicherungen, mit der Sie Ihr Handy auch gegen Diebstahl absichern können. Sie sollten beim Abschluss unbedingt auf weltweite Abdeckung achten, damit das Gerät auch im Skiurlaub abgedeckt ist. Laut Stiftung Warentest sind solche Versicherungen allerdings überflüssig. Manche Policen schützen das Telefon nur, wenn es „sicher“ aufbewahrt wird – da ist Ärger vorprogrammiert, wenn das Telefon zum Beispiel aus dem Anorak gestohlen wurde. Auch die sehr langen Vertragslaufzeiten machen eine Versicherung zumeist uninteressant.

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