Heute bin ich mal wieder durch meinen Job auf eine richtig hilfreiche Software gestoßen. Was zunächst völlig trivial erschien, mauserte sich zu einem ausgewachsenen Problem. Aber der Reihe nach.

Seit der Microsoft Windows Server 2008 R2 das Licht der digitalen Welt erblickt hat, hat sich auch die Welt der Virtualisierung wieder in Bewegung gesetzt. Noch vor kurzen musste man bei Konkurrenten wie VMware für Funktionen wie Hochverfügbarkeit oder das Verschieben von virtuellen Maschinen im Laufenden Betrieb auf eine andere Hardware horrendes Geld bezahlen. Seit dem Windows Server 2008 hat Microsoft die hauseigene Virtualisierung Hyper-V in seine Serverprodukte integriert. Seit Oktober gibt es den Server 2008 in der aktualisierten Version R2 und Microsoft greift den Platzhirsch VMware jetzt noch offensiver an, denn die R2 bringt jetzt Funktionen zur Livemigration ohne Extrakosten mit. Zugegeben – die dafür nötige Enterprise Edition ist kein Schnäppchen, aber die Zielgruppe für solche Lösungen bringt normalerweise das erforderliche Kleingeld mit. Ein ständig wieder auftauchendes Problem ist die Weitergabe physikalischer Hardware, wie SCSI-Karten oder seriellen RS232 Anschlüssen in die virtuelle Maschine. Microsoft hat aus Konsequenz vollständig darauf verzichtet diese Schnittstellen in die VMs durchzureichen, auch wenn Konkurrenten dies teilweise sogar ermöglichen. Das hat aber durchaus einen Grund. Wird beispielsweise eine serielle Hardware am physikalischen Server angeschlossen und innerhalb dieses Systems in eine VM durchgereicht, mag das Konzept noch funktionieren. Wird diese VM jetzt aber auf einen anderen Host verschoben, geht die Verbindung zur seriellen Hardware verloren.

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Über genau dieses Problem hat sich der Softwarehersteller FabulaTech umfangreich Gedanken gemacht. Ursprünglich gedacht war die Software um ein seriell angeschlossenes Gerät an einem Arbeitsplatz beliebig vielen anderen Rechnern im Netzwerk verfügbar zu machen. Doch auch für oben genanntes Server-Scenario ist das Network Serial Port Kit optimal geeignet. Es wird sowohl auf der Maschine installiert, an die die Hardware angeschlossen ist und die den physikalischen COM Port verwaltet, als auch auf dem System, die auf diese Hardware zugreifen können soll. Daher beinhaltet die Basislizenz bereits 2 Endpunkte. Noch mehr Nodes werden in gestaffelten Paketen angeboten. Technisch gesehen wird der physikalische COM Port über das Netzwerk bereitgestellt. Die Datenpakete der seriellen Kommunikation werden von FabulaTech´s Network Serial Port Kit in TCP/IP Pakete gekapselt und über das Netzwerk übertragen. Dies funktioniert auch bidirektional. Bezogen auf die virtuelle Serverumgebung bedeutet dies, dass die virtuelle Maschine zwischen beliebigen Hosts bewegt werden kann, ohne, dass die serielle Hardware “händisch” umgesteckt werden muss.

Ich habe die Software selbst ausgiebig getestet und kann bestätigen, dass sie ihren Zweck zur vollen Zufriedenheit erfüllt und darüber hinaus einen stabilen Eindruck macht. Eine einmal eingerichtete COM Port Verbindung zwischen zwei Geräten im Netzwerk wird auch nach einem Neustart wieder automatisch zur Verfügung gestellt. Außerdem ist FabulaTech mit der Kompatibilität absolut up-to-date. Alle gängigen Windows Betriebssysteme inklusive Windows 7 sowohl als 32bit und 64bit Versionen werden unterstützt. Auch meine Produktivinstallation in einer Windows Server 2008 R2 Enterprise Edition Umgebung läuft fehlerfrei, obwohl dies noch nicht offiziell freigegeben wurde.

Auf der Website gibt es eine kostenlose Testversion (14 Tage, 2 Nodes, max 2 COM Ports), ein kurzes Demo-Video über die Einrichtung und Nutzung sowie verschiedene Supportoptionen. Der Preis von 199€ (oder 269 US$) für zwei Lizenzen ist gefühlt am oberen Ende der Schmerzgrenze, aber andere Alternativen oder Workarounds werden mit Sicherheit sehr schnell weitaus teurer. Daher: Prädikat empfehlenswert!

Fabulatech

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