Heute bin ich auf eine weitere Perle auf dem unüberschaubaren Markt der Software aufmerksam geworden, die ich hier vorstellen möchte. AudialsOne ist eine umfangreiche Softwaresuite mit vielen Funktionen aus dem Musik-, Video- und Podcast-Bereich. Die Suite besteht aus den Produkten RadioTracker, MP3videoraptor und Tunebite, die alle auch als einzelne Produkte zu erwerben sind. Im ersten Teil der Review-Serie wird hier der RadioTracker genauer betrachtet.

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Musik gehört heutzutage zu einem Grundbedürfnis. Zu Hause, im Auto, beim Sport – aus dem Radio, dem Fernsehen, dem Computer oder dem mobilen MP3 Player. Musik ist immer und überall verfügbar. Nach Jahren der illegalen Selbstbedienung im Internet hat  auch aufgrund der drakonischen Strafen für Urheberrechtsverletzungen bei den Konsumenten ein Umdenkprozess eingesetzt. Die großen internationalen Online Musikshops wie Apples iTunes, T-Coms Musicload oder Amazon verzeichnen immer mehr Downloads. Doch das hat seinen Preis: Zwischen 0,69 € und 1,29 € pro Titel und 5 € bis 15 € pro Album sind für den legalen Musikdownload zu entrichten. Das geht schnell ins Geld und strapaziert so zahlreiche Taschengeld-Budgets.

Ich selbst habe damals noch mit dem Finger auf der “REC”-Taste vor der Stereoanlange gesessen und darauf gewartet, dass meine Lieblingssongs im Radio kamen, damit ich diese auf Kassetten aufnehmen konnte. Heute erzeugt dieses Szenario bestenfalls noch verständnisloses Kopfschütteln bei der “Generation: Internet”. Aber genau diese kostenlose Technik der legalen Versorgung mit den neuesten Hits für den Privatbedarf  erlebt heute dank RapidSolutions Audials RadioTracker ein ungeahntes Revival.

RadioTracker kennt laut eigener Angaben über 70.000 Interpreten und deren Songs, 20.000 Internet Radiostationen und 80 Musikrichtungen. Die Software verspricht unzählige Internet-Radiostationen gleichzeitig zu überwachen und die gewünschte Musik vollautomatisch aufzuzeichnen, sobald einer dieser Sender den Song spielt. Fast wie in alten Tagen! Trotzdem hat sich viel geändert: RadioTracker erfasst zeitgleich das ID3 Tag (Daten zu Interpret, Titel, Album, Jahr u.v.m), das CD Cover, den Songtext und bietet vielfältige Funktionen zur Weiterverarbeitung. Wenn das nicht einen genaueren Blick wert ist…

Installation und Update

Der Download von Vollversion und Testversion erfolgt über die Internetseite von audials.com und beträgt für die ganze AudialsOne Suite “nur” ca. 70MB, was für jede DSL Leitung kein größeres Problem darstellt. Eine DSL Leitung muss es jedoch schon sein, damit später auch die aufzunehmende Musik erfolgreich, qualitativ gut und auch in akzeptabler Zeit auf dem eigenen Rechner landet.

Systemvoraussetzungen

-  Windows XP/Vista®
-  1 GHz CPU
-  512 MB RAM
-  1 GB Festplattenspeicher
-  DSL Internetzugang
-  Auflösung ab: 1024×600 Pixel

Die Installation läuft problemlos vonstatten. Die Standardeinstellungen können ohne Änderung so übernommen werden. Lediglich die standardmäßig aktivierte Einrichtung eines Schnellstart-Symbols empfand ich als störend, was aber mit einem Klick angepasst ist. Ein großes Plus ist das vollautomatische Nachladen und Installieren des LAME MP3 Codec aus dem Internet. Audials darf aus rechtlichen Gründen diesen Codec nicht in seiner eigenen Installation unterbringen. Um so lobenswerter, das die Entwickler die notwendigen Aktionen des Benutzers auf einen Klick reduziert haben, statt aufwendige Anweisungen zu schreiben, was nach der Installation noch alles notwendig ist. Ein für Windows üblicher Neustart ist ebenfalls nicht notwendig. Nur die optionale Anpassung des Zielordners für Mediendateien habe ich im Installationsprozess vermisst. Dies lässt sich aber über die Optionen später nachholen.

Updates erfordern eine vollständige Deinstallation und Neuinstallation der Software. Zwar bleiben alle Einstellungen vorhanden und auch der Lizenzschlüssel muss nicht erneut eingegeben werden, aber dennoch ist der Aufwand im Vergleich zu anderen Produkten und Updatefunktionen für heutige Verhältnisse relativ hoch. Die Release-Dokumentation ist ausführlich und verständlich. Der Anwender wird sogar ausdrücklich darauf hingewiesen genau zu prüfen, ob ein Update für Ihn sinnvoll oder notwendig ist. Ob ein Update verfügbar ist, erfährt der Anwender durch einen zusätzlichen Button auf der Oberfläche der nur sichtbar ist, wenn die installierte Version nicht aktuell ist.

Oberfläche und Bedienung

Der erste Blick auf die Oberfläche ist überraschend, sofern man nicht schon Screenshots gesehen hat. Doch schnell merkt man, dass die Oberfläche das typische Design eines Mediaplayers besitzt. Etwas exotischer als eine Standard Windowsanwendung, aber trotzdem optisch ansprechend und gut strukturiert. Nach ein paar vorsichtigen Klicks durch die Tabs und Menüs findet man sich schnell zurecht. Der linke Bereich wird zum schnellen Umschalten zwischen den Programmbestandteilen der AudialsOne Suite genutzt, in der Mitte befindet sich die Oberfläche zum Suchen und Aufnehmen von Musik und rechts werden alle fertigen Stücke angezeigt und sind über einen eingebauten Mediaplayer direkt abspielbar. Jeder Bereich hat vielfältige Filtermöglichkeiten um die aktuelle Anzeige schnell auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Die einzelnen Programmbestandteile der Suite sind auch farblich sauber voneinander getrennt. Der RadioTracker erstrahlt in einem kräftigen blau.

MusicFinder

Der für den Anwender interessanteste Bereich dürfte wohl der MusicFinder sein. Hier pflegt man eine oder mehrere Wunschlisten mit Songs oder Interpreten, die die Software für einen im Netz aufspüren soll. Dies ist besonders hilfreich, wenn mehrere Familienmitglieder die Software nutzen wollen. Das Hinzufügen von neuen Titeln oder Künstlern geht schnell und intuitiv von der Hand. Zu jedem gefundenen Eintrag gibt ein kleines Symbol, das an die Empfangsanzeige eines Handys erinnert und so ist es auch zu verstehen. Je mehr Balken gefüllt sind, desto schneller wird das Gesuchte auf der eigenen Festplatte landen. Für erste Erfolgserlebnisse sollte man sich aktuelle Top Hits suchen sonst können ungeduldige Zeitgenossen auf eine harte Probe gestellt werden. Aber selbst ein “alter” House-Klassiker (The Original – I luv u baby) der die schlechteste Empfangsbewertung hatte, wurde innerhalb der ersten zwei Stunden erfolgreich und in guter Qualität aufgenommen.

Die gewissen Extras

Sind die ersten Titel erfolgreich heruntergeladen worden, füllt sich die Playerliste auf der rechten Seite immer mehr und man kann einen genaueren Blick auf die kleinen aber feinen Extras der Software werfen.

Funktion: Schneiden

Da es sich bei den Aufnahmen um Mitschnitte aus Webradios handelt, kann es immer wieder vorkommen, dass die Titel ungenau geschnitten wurden und Übergänge, Jingels oder Moderation zu hören ist. Mit der Funktion Schneiden ist der Benutzer in der Lage innerhalb fester Grenzen (jeweils 30 Sekunden am Anfang und Ende des Titels) das Ein- und Ausblenden zu beeinflussen. RadioTracker selbst setzt die Fader erstaunlich genau, aber manchmal ist ein nachträgliches Bearbeiten unerlässlich. Während meiner Tests musste ich feststellen, dass einige Aufnahmen selbst mit nachträglichem Schneiden nicht verwertbar waren, weil Anfang und/oder Ende außerhalb der 30 Sekunden Toleranz lagen. In diesem Fall hilft derzeit nur Löschen und neu Aufnehmen lassen.

In der aktuellen Version scheint es einen Bug zu geben, den ich unter Windows Vista x64 wunderbar reproduzieren kann. Sobald man auf Schneiden klickt, um einen Song zu bearbeiten, entsteht ein kleiner Sprung im Song ungefähr 5 Sekunden nach der Einblendung. Klickt man auf Abbrechen ist der Song wieder fehlerfrei; speichert man, hat man den Sprung verewigt. Ich gehe aber davon aus, dass sich dieser Fehler kurzfristig mit einem kostenlosen Update beheben lässt.

Funktion: MP3 Tags und Cover

Wirklich begeistert hat mich die Tatsache, dass fast alle Songs mit vollständigen, korrekten MP3 Tags heruntergeladen werden. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn man die Titel später in eine andere Mediathek (wie iTunes) importieren oder auf mobile MP3 Player überspielen möchte. Diese Geräte nutzen zur Anzeige des Titels, Interpreten und Albums diese Zusatzinformationen, die in der MP3 Datei selbst enthalten sind. Um so wichtiger ist es, dass diese Informationen korrekt sind. Man spart sich jede Menge Arbeit. Fast immer umfassen die von RadioTracker aufgenommenen Songs

-  Titel
-  Interpret / Artist / Künstler
-  Album
-  Jahr der Veröffentlichung
-  Genre (Pop, Rock, R’n'B…)
-  Cover
-  Songtext / Lyrics

Diese Daten lassen sich bei Bedarf über den kleinen unscheinbaren Knopf ID3s ändern bearbeiten.

Über den Button MP3 Manager unten rechts lassen sich bereits bestehende MP3 Sammlungen auch nachträglich mit all diesen Daten füttern. Titel und Interpret sollten jedoch bereits stimmen, damit diese Funktion sauber arbeiten kann. In Verbindung mit dem kostenlosen MP3 Tag ergibt sich eine Macht zur Beherrschung von MP3 Archiven. Etwas Handarbeit ist aber immer nötig.

Funktion: MP3 Player

Kurz und knackig: Über diesen Knopf lassen sich die aufgenommenen Titel direkt auf einen MP3 Player überspielen, sofern er sich wie ein USB Stick direkt ansprechen lässt. Die Apple-Gemeinde muss leider draußen bleiben da alle iPods und iPhones sich nur über iTunes betanken lassen. Ja, es gibt auch Möglichkeiten das zu umgehen, aber nicht jetzt und hier :) .

Funktion: Klingelton erstellen

Für alle Handybenutzer, deren Gerät noch keine MP3 Dateien direkt als Klingelton abspielen kann, ist auch ein Klingelton-Konverter enthalten, der beliebig zu definierende Ausschnitte mit einer Länge von bis zu 30 Sekunden umwandelt. Unterstützt werden die Formate MP3, AMR und MMF.

Podcasts managen

Als letzte Disziplin des RadioTrackers ist die Verwaltung von Podcasts zu nennen. Alle, die keinen Apple MP3 Player ihr Eigen nennen können erhalten mit dieser Funktion eine komfortable Lösung abonnierte Podcasts zu verwalten und die jeweils neuesten Episoden bei Verfügbarkeit automatisch herunterzuladen. Wer seinen bevorzugten Podcast im Verzeichnis vermisst, kann diesen unter “Subscribed Podcasts -> via URL” nachpflegen. Nachdenklich stimmt mich jedoch die Verfügbarkeit ausdrücklich sexuell orientierter Podcasts. Leider gibt es im Bereich des RadioTrackers  keine Kinderschutzfunktion, die es erlauben würde gewisse Inhalte zu blockieren.

Fazit

Der RadioTracker aus der Programmsuite AudialsOne von RapidSolution ist ein rundum gelungenes Produkt. Man kann mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit riesige Mengen an aktueller Musik legal aus dem Internet herunterladen. Der Charakter des “Radiomitschnitts” erfordert zwar gewisse Eingeständnisse an die Ein- und Ausblendungen der Titel aber gerade chronisch leere Taschengeldkonten werden diese Software zu schätzen wissen. Die Einmalkosten belaufen sich auf 44,90 Euro für AudialsOne oder 29.90 Euro für RadioTracker Platinum als Einzelprodukt. Diese Investition hat sich binnen Stunden gelohnt, vergleicht man den Preis den Kosten für die Downloads aus den Musikshops.

Uneingeschränkt empfehlenswert ist die Software für alle, die viel Musik für wenig Geld wollen. Aktuelle Tophits sind binnen Minuten auf der Festplatte. Bei älteren Stücken muss man schon etwas Zeit mitbringen oder Glück haben. Der RadioTracker zeichnet sich durch vielfältige Zusatzfunktionen aus, die das Basisprodukt perfekt abrunden. Die automatische Einbindung von allen verfügbaren MP3 Tag Optionen wie Cover, Liedtext und Albuminformationen ist das i-Tüpfelchen des Ganzen. Nur Perfektionisten werden weniger Freude haben. Diese werden wohl auch zukünftig die Alben käuflich erwerben aber auch an diese Zeitgenossen hat RapidSolution gedacht. Zu jedem aufgenommenen Titel gibt es einen Kaufen-Link zu den bekanntesten Plattformen.

Wer die Software in Aktion sehen möchte, kann sich die kostenlose Demoversion herunterladen oder sich das Video Tutorial auf der Internetseite von Audials ansehen.

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